Erwerbslosenverein Tacheles - Informationen rund um SGB II, Sozialrecht, soziale Ausgrenzung und Gegenwehr

STRASSENFEST AM AUTONOMEN ZENTRUM am 24. MAI 2014

Erstellt am 21.05.2014

EINLADUNG ZUM EINLADUNG ZUM STRASSENFEST AM AUTONOMEN ZENTRUM

24. MAI 2014 | AB 14 UHR 24. MAI 2014 | AB 14 UHR

Für das schöne und gute Leben! Für das schöne und gute Leben!
  „AZ bleibt an der Gathe!“ „AZ bleibt an der Gathe!“

Liebe Freund*innen und Nachbar*innen! Liebe Freund*innen und Nachbar*innen!
Der Frühling wird kommen! Wir sind uns ganz sicher! Der Frühling wird
kommen! Wir sind uns ganz sicher!

Deshalb wollen wir Euch ganz herzlich am 24. Mai Deshalb wollen wir Euch
ganz herzlich am 24. Mai 2014 zu einem spaßigen, möglicherweise sogar phä-
2014 zu einem spaßigen, möglicherweise sogar phänomenalen Straßenfest beim
Autonomen Zentrum nomenalen Straßenfest beim Autonomen Zentrum einladen.
Wir wollen den Beginn der warmen Jahres- einladen. Wir wollen den Beginn
der warmen Jahreszeit mit leckerem Essen und (kühlen) Getränken fei- zeit
mit leckerem Essen und (kühlen) Getränken feiern. Außerdem wird es Live -
Musik von Liederma- ern. Außerdem wird es Live - Musik von Liedermacher
VaBene geben.

Einerseits wollen wir eine schöne, gemeinsame Zeit Einerseits wollen wir
eine schöne, gemeinsame Zeit mit euch verbringen, aber andererseits wissen
wir ge- mit euch verbringen, aber andererseits wissen wir genau, dass die
Lebensbedingungen in Wuppertal für nau, dass die Lebensbedingungen in
Wuppertal für viele von uns nicht gerade rosig sind. An die 50.000 viele
von uns nicht gerade rosig sind. An die 50.000 Menschen müssen in
Wuppertal von Hartz IV leben Menschen müssen in Wuppertal von Hartz IV
leben und nicht wenige davon in der Nordstadt, andere von und nicht wenige
davon in der Nordstadt, andere von uns müssen schlecht bezahlter und
anstrengender uns müssen schlecht bezahlter und anstrengender Arbeit
nachkommen.

• Darum wollen wir einen Umsonst-Flohmarkt ver- • Darum wollen wir einen
Umsonst-Flohmarkt veranstalten. Also bringt Sachen mit, die Ihr nicht mehr
anstalten. Also bringt Sachen mit, die Ihr nicht mehr braucht, aber andere
noch gut brauchen könnten. braucht, aber andere noch gut brauchen könnten.
Schaut Euch nach Dingen um, die Ihr gebrauchen Schaut Euch nach Dingen um,
die Ihr gebrauchenkönnt. So können wir uns gegenseitig solidarisch könnt.
So können wir uns gegenseitig solidarisch das Leben ein bisschen
erleichtern. Wer sonst noch das Leben ein bisschen erleichtern. Wer sonst
noch gute Ideen für Kinderbespaßung hat, Essen und Trin- gute Ideen für
Kinderbespaßung hat, Essen und Trinken oder was auch immer. Bringt Euch
einfach ein. ken oder was auch immer. Bringt Euch einfach ein.

• Zum leckeren Kaffee freuen wir uns natürlich auch • Zum leckeren Kaffee
freuen wir uns natürlich auch über Kuchenspenden !
• Außerdem wird es im AZ, zu späterer Stunde noch Kino geben! (Überraschung!)

Tollerweise beteiligt sich auch das Tacheles aus Bar- Tollerweise
beteiligt sich auch das Tacheles aus Barmen bei unserem Fest und macht
eine solidarische men bei unserem Fest und macht eine solidarische
Sozialberatung. Ihr könnt also auch mit ganz konkreten Problemen mit dem,
für seine fiesen Praktiken bekannten Jobcenter, bei uns vorbei schauen.

Uns den Sommer! Für das gute Leben für alle!
Euer Autonomes Zentrum von der Gathe!

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Kurze Hintergründe zur Kampagne „AZ bleibt an der Gathe!“:

Das Autonome Zentrum existiert nun seit weit über zwanzig Jahren an der
Gathe in der Nordstadt des Wuppertaler Stadtteils Elberfeld. Dies wurde
möglich durch konsequente, auch militante Kämpfe in den 80er Jahren. Ab
1990 hatte es seinen Standort ein paar 100 Meter entfernt, wo heute der
Parkplatz für eine städtische Turnhalle ist. Im Jahr 2000 wechselte es zu
dem jetzigen Standort an der Markomannenstr. 3. Auch die Räumlichkeiten,
die es in den 80er Jahren immer wieder temporär gab, lagen in der
Elberfelder Nordstadt.

Nun gibt es die Gefahr, dass das Autonome Zentrum von seinem Standort an
der Gathe vertrieben wird. Die DITIB-Moschee möchte u.a. auf dem Gelände
des Autonomen Zentrums ein islamisches Zentrum errichten. Es wäre rein
planerisch kein Problem, dass die neue Moschee und das Autonome Zentrum in
direkter Nachbarschaft zueinander existieren. Ein vernünftiger
Schallschutz würde sein übriges tun. Dazu wäre das Autonome Zentrum
grundsätzlich bereit, obwohl die Verquickung der DITIB mit dem türkischen
Staat, wegen der schlimmen Politik in der Türkei natürlich sehr kritisch
zu betrachten ist. Zu nennen wären die aktuellen Auseinandersetzungen in
der Türkei mit dem autoritären Ministerpräsidenten Erdogan, der nicht
anerkannte Völkermord an den Armeniern und der Umgang mit Minderheiten,
wie unter anderem den Alevit*innen und Kurd*innen. Es ist aber so das
viele unterschiedlich Menschen die DITIB Moschee besuchen und das viele
von ihnen nichts mit der offiziellen türkischen Staatspolitik zu tun haben
und es ist zu hoffen, dass diese innerhalb der DITIB mehr werden.

Es scheint aber auch für die Stadtverwaltung wichtig zu sein, das AZ von
seinem Standort zu verdrängen. Argumentiert wird mit einer notwendigen
Eckrandbebauung. Es entsteht der Eindruck, dass der innenstadtnahe
Stadtteil auf Kosten des AZs aus städtischer Sicht aufgewertet werden
soll!

Es gibt zwar die offizielle Position der Stadt, dass das Autonome Zentrum
möglicherweise „nur“ umziehen soll, doch solche Aussagen sind mit Vorsicht
zu genießen. Denn es gibt momentan schlicht kein angemessenes Haus in der
Elberfelder Nordstadt, in dass das Autonome Zentrum ausweichen könnte. Die
Kultur des Autonomen Zentrums ist in der Elberfelder Nordstadt lange
vorhanden; hat sich dort entwickelt und ist dort etabliert und akzeptiert.

Eine Verdrängung des AZs hätte fatale Folgen: Das AZ ist der einzige Raum
in dieser Größe und mit den gebotenen Möglichkeiten in Wuppertal, in denen
es möglich ist, vielfältige kulturelle, unkommerzielle Veranstaltungen zu
machen. Im AZ steigen regelmäßig Punk-Konzerte, es treten
Liedermacher*innen auf, es gibt Elektro-Partys, Leute schmeißen Reggae und
HipHop-Partys und es gibt regelmäßige Kneipen, Film- und Vortragsabende zu
diversen politischen und gesellschaftlichen Themen. Wichtiger Bestandteil
des AZs ist zudem die Vokü, die immer mittwochs sehr leckere, vegane
Speisen für alle auf Spendenbasis anbietet. Das alles wird ohne Chef und
ohne Staatskohle selbst organisiert. Zudem ist das AZ aus den politischen
und sozialen Auseinandersetzungen in der Stadt nicht wegzudenken. Ohne das
AZ wäre der massenhafte Widerstand gegen die Naziaufmärsche in den letzten
Jahren in Wuppertal schlicht nicht denkbar gewesen. Zudem sind es die
Strukturen aus dem Autonomen Zentrum, die maßgeblich mit dafür sorgen,
dass der alltägliche Kampf gegen die Nazis kontinuierlich weiter geführt
wird. Als weiteres Themenfeld ist besonders auch die stetige
Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus zu nennen.
Die beharrliche Positionierung des AZs gegen sozialen Kahlschlag in der
Stadt, gegen die fiese Behandlung in den Hartz IV-Behörden und gegen die
Kriminalisierung von Sperrmüllsammler*innen sind unverzichtbar für
Wuppertal. Außerdem stellt sich das AZ immer wieder gegen Rassismus und
Polizeigewalt.

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