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Jobcenter-Abzocke: 280.000 Euro verjubelt- über drei Jahre Haft

Erstellt am 25.05.2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

es ist wahrlich kein Ruhmesblatt für das Jobcenter Berlin Friedrichshain-Kreuzberg:

 Tatjana E. habe in 14 Fällen im Jobcenter in Friedrichshain-Kreuzberg Akten manipuliert, hieß es im Urteil. Sie zockte dreist ihr eigenes Jobcenter ab, veruntreute unglaubliche 280.000 Euro. Jetzt muss Fachassistentin Tatjana E. (27) wegen Veruntreuung von Hartz IV-Geldern drei Jahre und drei Monate in den Knast.

Richter Reimar Mülders gestern im Urteil:

"Nicht ihrem Arbeitgeber war das nach neun Monaten aufgefallen, sondern der Sparkasse, bei der die Angeklagte ihr Konto hatte und die wegen der hohen Geldeingänge Geldwäsche vermutete."

Im Februar 2012 hatte die Angeklagte das erste Mal die längst geschlossene Akte ihrer Eltern für scheinbare Nachzahlungen von Miete, Heiz- und Nebenkosten geöffnet und sich selbst Beträge bis zu 38.000 Euro überwiesen. Der Richter: "Das Geld gab sie mit vollen Händen aus." Für Autos, Reisen nach New York, auf die Malediven und für Klamotten.

Aber sie habe auch andere bedacht. Der Richter: "Sie wollte erfolgreich und großzügig dastehen. Und alles ging mit einem einzigen Klick am Computer." Er sprach von erheblichem Versagen im Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg.

Der Richter: "Die Nachzahlung einer Miete über 9000 Euro für einen Hartz IV-Empfänger hätte auffallen müssen." Der Mitangeklagte Marcel M. (31) bekam 13 Monate auf Bewährung wegen leichtfertiger Geldwäsche.

Quelle: BZ

Mit freundlichen Grüßen

Detlef Zöllner
Projektleiter Hartz IV-Beratungsstelle
Rudi-Nachbarschaftszentrum
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