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Kinderschutzbund warnt: Schaeuble-Plan bringt noch mehr Hartz-IV-Empfaenger

Erstellt am 16.03.2015

NOZ: Gespräch mit Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen  Kinderschutzbundes (DKSB)

Osnabrück (ots) - Kinderschutzbund warnt: Schäuble-Plan bringt  noch mehr Hartz-IV-Empfänger

Präsident Hilgers fordert: Familienentlastung vom Kopf auf die  Füße stellen

Osnabrück.- Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) warnt die Große  Koalition davor, "die Ungerechtigkeiten in der Familienförderung zu  vergrößern und noch mehr Hartz-IV-Bezieher zu produzieren."

In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag)  sagte Präsident Heinz Hilgers: "Der neue Vorschlag von Finanzminister  Wolfgang Schäuble ist allein darauf ausgerichtet, Kinder aus besser
verdienenden Familien willkommen zu heißen, Kinder von  Normalverdienern und von Armen fallen dagegen in der Förderung  zurück, und die Kluft zwischen Arm und Reich wächst." Hilgers  forderte, die SPD müsse in den Detailverhandlungen mit Schäuble für  Korrekturen sorgen und "endlich zeigen, dass sie bei der Bekämpfung  von Kinderarmut durchsetzungsfähig ist".

Der Kinderschutzbund-Präsident kritisierte, schon jetzt lebten 850 000 Kinder und Jugendliche bei Eltern, die - obwohl berufstätig -ergänzend Hartz-IV-Leistungen beantragen müssten, um über die Runden
zu kommen. Bei Alleinerziehenden mit Kindern unter 18 Jahren liege  die Quote der Hartz-IV-Empfänger bei 38,6 Prozent. Wenn nun das steuerliche Existenzminimum angehoben wird, erhöht das laut Hilgers
zugleich die Zahl der Menschen mit Hartz-IV-Anspruch. Er bezeichnete es vor diesem Hintergrund als "Skandal, dass nicht wenigstens der Entlastungsbetrag für die Alleinerziehenden erhöht werden soll".

Noch besser wäre es nach den Worten von Hilgers, wenn das gesamte System der Familienförderung "vom Kopf auf die Füße gestellt würde". Er kritisierte: "Das Kindergeld beträgt 184 Euro, Besserverdienende
profitieren aber deutlich stärker. Der maximale Ertrag durch die Steuerentlastungen beläuft sich auf 277 Euro im Monat. Diese Kluft wird durch die Anhebung der Freibeträge noch vergrößert."

Hilgers plädierte stattdessen für eine Kindergrundsicherung, die sich am Existenzminimum orientiert. Diese Grundsicherung - aktuell verlangt der DKSB 536 Euro im Monat - solle dann nach Einkommen
gestaffelt versteuert werden.

OTS: Neue Osnabrücker Zeitung
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