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Wuppertal: Die Auseinandersetzung um die Absage der Musikband "Hartz V" geht weiter ....

Erstellt am 19.05.2017

Alle wollen der Band nicht abgesagt haben, auch wenn ihr abgesagt wurde. Eine Posse mit üblem Beigeschmack aus Wuppertal  

 

 

Thomas Lenz, Leiter des Jobcenter Wuppertal findet den Auftritt der Band auf dem Fest zum 10-jährigen Bestehen des Stadtteilservices, einer sozialen Einrichtung die vom Jobcenter Wuppertal finanziert wird "unpassend" und "nicht wertschätzend". Die Unpassendheit soll "die Öffentlichkeitsarbeit des Jobcenter Wuppertal" genannt haben, berichteten verschiedene Quellen.
Thomas Lenz positioniert sich Tacheles gegenüber "Ich habe in der Sache keinerlei Entscheidung getroffen".

Nachdem die Absage des Bandauftritts kritisch in den Wuppertaler Medien diskutiert wurde, springt nun AWO Chef Gottsmann Herrn Lenz zur Seite, nachdem er vorher keine Stellungnahme abgegeben hat und sagt "die Band sei mal im Gespräch gewesen ... es gab [aber] keine Absage".

Die Band sagt, "der Auftritt sei zu 95 % sicher" gewesen.

Fassen wir mal zusammen: es gab also keine Absage von Herrn Lenz, keine von den freien Trägern, für die Herr Gottsmann gesprochen hat, aber es gab eine so gut wie Zusage an die Band und deren Musikanlage sollte von den Veranstaltern auch mit genutzt werden.

Die Festveranstaltung wird am 19.05. von Oberbürgermeister Andreas Mucke, Sozialdezernent Dr. Stefan Kühn und dem Vorstandsvorsitzenden der Jobcenter Wuppertal AöR Thomas Lenz eröffnet.

Von 13-16 Uhr, Platz der Republik, Wuppertal

Vielleicht der richtige Anlass mal nachzufragen?

Hintergrund: http://tacheles-sozialhilfe.de/startseite/tickerarchiv/d/n/2193/

 

Abschließend noch eine Anmerkung:

Es gibt da noch ein Gesetz: " In der Zusammenarbeit mit gemeinnützigen und freien Einrichtungen ... wirken die Leistungsträger [also auch Jobcenter, auch in Wuppertal] darauf hin, daß sich ihre Tätigkeit und die der genannten Einrichtungen ... zum Wohl der Leistungsempfänger wirksam ergänzen. Sie haben dabei deren Selbständigkeit in Zielsetzung und Durchführung ihrer Aufgaben zu achten", so § 17 Abs. 3 SGB I.

"Achtung der Selbständigkeit in Zielsetzung und Durchführung der Aufgaben", bedeutet sich nicht in deren Angelegenheiten einzumischen, auch nicht in die Auswahl der Musikbands bei Jubiläen.

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